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Kaffeeplantage in Tansania - Kaffeerösten in Israel

Kaffee ist das meistgetrunkene und beliebteste Heißgetränk im Westen, für viele gehört die morgendliche Tasse Kaffee für den Start in den Tag wie selbstverständlich dazu. In über 70 Ländern der Welt werden jährlich zusammen rund 7 Millionen Tonnen Kaffee angebaut und verarbeitet, wovon 75 % in in Verbraucherländer wie die USA, Deutschland, Japan etc. exportiert werden. Für viele afrikanische und lateinamerikanische Entwicklungsländer ist Kaffee ein wichtiges Exportgut. Dabei wird der Kaffee hauptsächlich in kleinen Farmbetrieben angebaut und stellt die Existenzgrundlage der Bauern dar.

Für Tansania stellt Kaffee das wichtigste „Cash Crop“ des Landes dar. Da der Kaffee aus Tansania wenig Säure enthält ist er sehr begehrt. In der Region um den Kilimanjaro werden besonders gute Kaffeebohnen angebaut, nach dem dort ansässigen Stamm, „Chagga AA“ genannt. Chagga AA besitzt einen sehr vollmundigen Geschmack und Duft und beruht auf angepflanzten Arabica- „Perlbohnen“, die weniger Säure enthalten als etwa Bohnen aus Kenia. 

Kaffee erfolgreich anzubauen bedeutet sehr viel Sorgfalt und Knowhow. Die Arabica-Pflanze ist sehr empfindlich; sie kann weder starken Wind, Hitze oder Frost aushalten und braucht einen tiefgründigen, gut durchlässigen Boden, der viel Wasser speichern kann. Oft werden Kaffeepflanzen „naturnah“ gepflanzt, also zwischen anderen, schattenspendenden Pflanzen der natürlichen Waldvegetation oder Nutzpflanzen; wie zum Beispiel Bananenstauden, die mit ihren großen Blättern starke Sonneneinstrahlung von den empfindlichen Kaffeebäumen fernhalten.

Mit ungefähr 15 Jahren erreichen Kaffeebäume ihr höchstes Ertragsniveau; nutzbar sind sie ca. 25 – 40 Jahre. Weiter erträgt ein Baum nicht mehr als ein halbes Kilo Rohkaffee pro Ernte, weshalb die Ernte der Kaffeekirschen äußerst sorgfältig erfolgen muss. Die Ernte selbst erfolgt traditionell per Hand. Das liegt vor allem daran, dass die Früchte an einem Zweig meist nie zur gleichen Zeit reif sind und sich so in unterschiedlichen Reifestadien befinden. So müssen die reifen, dunkelroten Früchte per Hand selektiert werden. Das bedeutet für die Pflücker mehrmaliges Kontrollieren und Abernten der Bäume. Im Abständen von 8 – 10 Tagen werden die Pflanzen immer wieder auf reife Kaffeekirschen geprüft.

Wenn die Früchte geerntet sind, muss für die weitere Verarbeitung des Kaffees die „Pulpe“ (das Fruchtfleisch, das die Kaffeebohne umgibt) entfernt werden, ausserdem das sogenannte „Silberhäutchen“ und die Pergamentschale, die zusammen mit der Pulpe die Kaffeebohne schützen.

Dies geschieht in Tansania im Trockenverfahren. Dazu werden die Kaffeekirschen in großen, flachen Behältnissen in der Sonne getrocknet und sobald die Bohnen in der trockenen Schale „klappern“, werden sie mit einer Maschine aufgebrochen. Zentrifugen trennen dann die nichterwünschten Bestandteile von der Bohne. 

Dieser Rohkaffee wird in Säcke gefüllt und kommt dann in die Rohkaffee-Versteigerung. In Arusha/Kilimanjaro gibt es täglich eine große Rohkaffee-Auktion.
 
Auch wenn es eine beständige Nachfrage gibt, unterliegt der Rohkaffee, der nur 10% des Kaffee-Endpreises ausmacht auf dem internationalen Kaffeemarkt starken Preisschwankungen. Dadurch ist die Existenzgrundlage der Kaffeebauern nicht definitiv gesichert. Einen Ausweg bietet der „Faire Handel“ mit Kaffee, bei dem den Kaffeebauern unabhängig vom schwankenden Weltmarktpreis ein garantierter Preis gezahlt wird und eine sichere Abnahmemenge garantiert wird.

Das Rösten und die Endverarbeitung geschieht erst in den Zielländern wie Deutschland oder Italien. Das richtige Rösten erfordert Zeit und Erfahrung des Röstmeisters. Im traditionellen Trommelröstverfahren werden die Bohnen in einer rotierenden Trommel über Gasflammen geröstet. Der Meister sieht an der Farbe der Bohnen, am Rauch des Ofens und am Geruch, wann die Bohnen den richtigen Röstgrad haben.

Jede Lieferung Kaffee muss einzeln geröstet werden, da sich jede Sorte und Ernte beim Rösten anders verhält. Nach dem Rösten kommen die heißen Bohnen auf flache Siebe, auf denen sie unter ständigem Durchrühren schnell abgekühlt werden sowie Klein- und Fremdpartikel ausgefiltert werden.

Als World Learner kannst Du an folgenden Aktivitäten rund um den Kaffee teilnehmen:
 
Halbtagesausflug (von Moshi/Kilimanjaro): Dabei besuchst Du eine Kaffeeplantage am Kilimanjaro. Der Kaffeefarmer erklärt Dir alles über den Kaffeeanbau, der am Kilimanjaro von kleinen, privaten Farmen erfolgt, die über eine Kooperative zusammengeschlossen sind. Du kannst komplett den Weg vom Kaffeeplanzensetzling zum fertigen Tassengetränk mitverfolgen.
 
World Learner Aufenthalt (ab 1 Woche) auf einer Kaffeeplantage. Entweder bei Karatu/Ngorongoro in Tansania auf einer großen Plantage, die mit industriellen Maschinen arbeitet oder auf einem kleinen Familienbetrieb am Kilimanjaro. Auf beiden Plantage wird Kaffee angebaut, geernet, getrocknet, die Bohnen von den nichterwünschten Bestandteilen getrennt und eingesackt. Du kannst bei allen Arbeitsschritten mitmachen.
 
Kaffeerösten in Israel. Mitarbeit auf einer Farm in Israel, auf der neben Kaffee auch Nüsse/Pistazien und Pinienkerne geröstet werden.
 

Infobox:

-> Halbtagesausflug von Moshi (Preise pro Person):

1 Person 35 €; 2 Personen: 25 €; 3 Personen: 20 €; 4 oder mehr Personen: 18 €

Mit Mittagessen: 5 € Aufpreis pro Person


-> World Learner Aufenthalt auf Kaffeeplantage:

Für diesen Aufenthalt bieten sich besonders folgende Monate an: Oktober und März ist Pflanzzeit; Februar ist Erntezeit für Pflanzen in niedrigerer Höhenlage, Juni ist Ernezeit für Pflanzen in höherer Erntelage. Im Dezember blühen die Pflanzen und im Februar entwicklen sich grüne Bohnen. Während diesen beiden Monaten müssen auch einige Arbeitsschritte in der Pflege der Pflanzen durchgeführt werden.

Kosten:

Eine Woche:
1 Person 270 €; 2 Personen 260 € p.p.; 3 Personen 240 € p.p.; 4 oder mehr Personen 220 € p.p.

Zwei Wochen:
1 Person 320 €; 2 Personen 300 € p.p.; 3 Personen 280 € p.p.; 4 oder mehr Personen 260 € p.p.

Preis beinhaltet Unterkunft mit Verpflegung (Frühstück, Mittagessen, Abendessen) entweder auf der Kaffeefarm bei den Kaffeefarmern oder bei Gastfamilie in Moshi Town, Transfers vom Kilimanjaro International Airport (JRO) nach Moshi und zurück, Begleitung zur Farm am ersten Tag, Info-PDF.

-> Für längere Aufenthalte kann diese Tätigkeit auch über Sorgenfreipaket gebucht werden, wobei die Unterkunft dann separat direkt an den Vermieter bezahlt wird. Wer längere Aufenthalte plant, kann während anderen Monaten auch bei TACRI (Tanzania Coffee Research Institute) oder KCFU (Kilimanjaro Coffee Farmer Union) Praktikum machen (siehe unter Praktika/Volunteering).

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