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Hügel von Munnar, Photo: Kerala Tourism
 
Hügel von Munnar, Photo: Kerala Tourism
 
Hügel von Munnar, Photo: Kerala Tourism
 
Hügel von Munnar, Photo: Leena Bagawde
 
Teepflückerinnen, Foto: Gemma Amor
 
Teepfückerinnen, Foto: Dennis Sylvester Hurd
 
Hügel von Munnar
 
Hügel von Munnar
 
Hügel von Munnar
 
Hügel von Munnar
 
Private Teeplantage
 
Private Teeplantage
 
Private Teeplantage
 
Private Teeplantage
 
Private Teeplantage
 
Nebel über Munnar, Foto: Dennis Sylvester Hurd
 
Munnar Town
 
Munnar Town
 
Tea Factory
 
Tea Factory & Museum
 
Tea Factory & Museum
 
Tea Factory & Museum
 
Tea Factory & Museum
 
Tea Factory & Museum
 
Tea Factory & Museum
 
Tea Factory & Museum
 
Hügel von Munnar
 
Hügel von Munnar
 
Hügel von Munnar
 
Private Unterkunft
 
Homestay
 

Teeplantage in Munnar, Indien

Munnar liegt im Südwesten von Indien in Kerala, etwa 130 km entfernt von der Küstenstadt Cochin. Munnar ist aufgrund seiner malerischen Berglandschaft und der umgebenden Natur ein beliebter Anziehungspunkt für Reisende, die sich fernab von Trubel, Verkehr und Stadtleben erholen möchten. Das verschlafene Städtchen wird jedoch in erster Linie vom Teeanbau dominiert und produziert die beliebten indischen schwarzen und grünen Tees, die Menschen auf der ganzen Welt täglich konsumieren.
 
Einige der Teefelder befinden sich auf einer Höhe von 2200 Metern. Somit gehört Munnar zu den höchstgelegenen Teeanbaugebieten der Welt. Aufgrund der Höhe und klimatischen Gegebenheiten ist der Tee von Munnar von höchster Qualität.
 
Auch bietet die Umgebung Munnars spannende Ausflugsziele, so den Blossom International Park, das Chinnar Wildschutzgebiet, Anamudi, eine der höchsten Erhebungen Indiens südlich des Himalayas, und vieles mehr; aber vor allem bietet Munnar und seine Umgebung Ruhe, Entspannung und Raum. Der kleine, malerische Ort ist umgeben von serpentinartigen Strassen, tropischer Vegetation und vor allem Teeplantagen, wo das Auge hinschaut.
 
In China und Japan glaubt man, dass Tee das „Elixir für die Unsterblichkeit“ und ein „Nektar für die Götter“ sei. Es gibt verschiedene Legenden über den Ursprung des Teegetränks. Einer Legende zufolge entdeckte Kaiser Shen Nung von China im Jahre 2737 vor Christus zufällig die Wunderpflanze, indem einige Blätter eines nahestenden Baumes in seinen Wasserkocher fielen. Shen Nung, dem die Chinesen viel ihres botanischen und landwirtschaftlichen Wissens zuschreiben, bemerkte die aufmunternden und therapeutischen Werte der Wunderblätter und propagierte das Getränk von diesem Augenblick. Eine andere chinesische Legende besagt, dass ein Kräuterheiler damit begann, sein gesamtes Wissen von über 84000 Pflanzen aufzuschreiben, jedoch verstarb er, als er erst 62000 Pflanzen notiert hatte. Doch dann geschah ein Wunder und auf seinem Grab wuchs eine Pflanze, die in sich die Werte aller übrig gebliebener 22000 Pflanzen vereinte – und das war Tee.

Der kommerzielle Teeanbau in Indien begann 1778 durch die East India Company, geleitet vom englischen Botaniker Sir Joseph Banks. In den Kanan Devan Hills um Munnar begann der Teeanbau um 1880. Heute kommen 89% der Weltteeproduktion von 3376 Millionen kg (2005)  aus Asien, wobei Indien mit 28% der weltweit größte Teeproduzent ist. Innerhalb Indiens entfallen 23% der Produktionsmenge auf Kerala.

Die Teepflanze ist eigentlich ein Baum, der bis zu 100 Jahre lang leben und ertragreich sein kann. Wenn man ihn nicht stutzt, wird er 12-15 Meter hoch, jedoch werden die Pflanzen üblicherweise auf eine Höhe zwischen 1 und 1,5 Meter beschnitten und als Art Busch geformt, um die für die Produktion verwertbaren Blätter einfacher pflücken zu können. Durch das ständige Stutzen wird die Knospenproduktion angeregt und somit ein nachhaltigerer Ertrag pro Pflanze gesichert. Je nach Jahreszeit werden alle 9-13 Tage die neu nachgewachsenen Blätter und Knospen, meist von Frauen gepflückt, wobei die Regel gilt, „two leaves and a bud“, also die beiden jüngsten Blätter und eine Knospe, um die bestmögliche Qualität des Tees zu sichern. Ein erfahrener Teepflücker pflückt ca. 30 kg Teeblätter pro Tag, für die Produktion von einem Kilogramm Tee werden ca. 4 kg Teeblätter benötigt. Eine einzelne Teepflanze kann somit bis zu 70 kg Tee pro Jahr ertragen. Bei den klimatischen Gegebenheiten von Munnar werden etwa 60% der gesamten Jahresernte in den ertragsreichen Zeiten von Mitte April bis Juni und von September bis November erwirtschaftet.
 
Neben dem Pflücken der Teeblätter und Knospen bestehen weitere erforderliche Arbeitsschritte auf der Teeplantage im Schneiden der Büsche (Pruning), Spitzen trimmen (Tipping), Düngen (Manuring) sowie der Pflege von schattenspendenden Bäumen (meist Silbereichen), die die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Bodenqualität auf der Teeplantage verbessern.

Bei der Weiterverarbeitung werden Tees in drei Hauptklassen kategorisiert: Grüner Tee ist nicht oxidiert, Oolong-Tee ist teiloxidiert und Schwarztee ist vollständig oxidiert. Eine Besonderheit stellen Weißer Tee und Instant-Tee (wasserlöslicher Tee) dar.

Für die Herstellung von grünem Tee werden die frisch gepflückten Blätter einer hohen Temperatur ausgesetzt, um die Oxidation zu stoppen. Dies erfolgt mit Wasserdampf oder durch Röstung in einer Pfanne. Nach der hitzebedingten Inaktivierung der Oxidationsenzyme werden die Blätter gerollt und getrocknet, bis eine Restfeuchtigkeit von 2,5-3% erreicht ist.

Bei der traditionellen Produktion von Schwarztee, der etwa 76% der weltweiten Teeproduktion ausmacht, durchlaufen die gepflückten Teeblätter 5 Stufen: zuerst müssen sie „welken“ (withering) um weich und zart werden. Dafür werden sie auf Trockengestellen ausgebreitet und ca. 12-16 Stunden unter Einblasen von Luft getrocknet, wodurch sie einen Großteil ihrer Feuchtigkeit verlieren. Dann werden sie rollgerieben (maceration), damit die Zellen des Blattes aufbrechen und der Zellsaft mit Sauerstoff in Verbindung treten kann. Für diese Oxidation (Fermentation) werden die rollgeriebenen Blätter für 2-3 Stunden bei einer Temperatur von 25-30 Grad und über 90% Luftfeuchtigkeit auf Wannen ausgebreitet. Dabei ändert sich die Farbe von grün in kupferfarben und es entwickelt sich das charakteristische Teearoma. Dann müssen die Blätter wieder getrocknet werden (drying), was in modernen Trockenmaschinen etwa 10-25 Minuten dauert. Schließlich werden die Teepartikel in verschiedene Größen sortiert (sorting), wobei auch Fasern und Flocken entfernt werden. Dabei entstehen die drei Teegrade: vollständige Blätter (leaf), zerbrochene Blätter (broken) und Staub (dust). Innerhalb der drei Grade unterscheiden die Experten weiter. Die Grade sagen nichts über die Qualität des Tees aus.
 
Schwarztee wird auch gerne aromatisiert. In Munnar werden dazu natürliche Aromas wie Zitrone, Ingwer, Cardamom, Masala, Minze, Orange, Pfirsich, Apfel, Rose oder Jasmin dem Tee zugesetzt.
 
Für World Learner bieten wir folgende Möglichkeiten:   
 
World Learner Aufenthalt (ab 1 Woche) auf einer privaten Teeplantage. Dort arbeitest Du bei allen anfallenden Arbeitsschritten mit. Die Teeplantage ist 5 Acres groß und liegt in einer Höhenlage, bei der nahezu jeden Tag vormittags die Sonne scheint und am Nachmittag ein dichter tropischer Höhennebel von Sichtweiten unter 10 Metern mit extrem hoher Luftfeuchtigkeit aufzieht. Eine mystische Umgebung! Dieses Klima ist ideal für den Tee. Du arbeitest an der Pflege der Teebüsche und hilfst den 10 Frauen, die alle 9-13 Tage zum Teeblätter pflücken kommen. Auf der Farm werden außerdem Cardamom, Jackfruit sowie verschiedenes anderes Obst und Gewürze angebaut. Dieser Einsatzort eignet sich auch für Praktika im Bereich Landwirtschaft oder Lebensmitteltechnik.
 
Die Unterbringung findet für längere Aufenthalte in einem privaten Haus statt.

1-Woche-Teeprogramm (Reisebaustein)

Tag 1 – Ankunft und Orientierung auf der Teeplantage. Unterbringung im Homestay „Misty Homes“ nahe der Teeplantage

Tag 2 – Arbeit auf der Teeplantage, Teepflücken mit den Frauen

Tag 3 – Arbeit auf der Teeplantage, Teepflücken mit den Frauen

Tag 4 – Besuch des Teemuseums und einer Teefabrik, nachmittag zur freien Verfügung in Munnar

Tag 5 – Ganztagesausflug: Fahrt und Wanderung auf den Anamudi Peak (2695 m) in den Kanan Devan Hills, um dort die überwältigende Aussicht zu sehen sowie die großen TATA Plantagen zu überblicken

Tag 6 – Arbeit auf der Teeplantage, am Nachmittag Besuch des TATA Srishti Komplex, einer gemeinnützigen Einrichtung des TATA Teebaukonzerns für behinderte Verwandte der Teebauern. Die Behinderten batiken und bedrucken Stoffe, stellen handgeschöpftes Papier her sowie Erdbeermarmelade

Tag 7 – Zur freien Verfügung in Munnar


Infobox:

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