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Dhow-Schiffsbau auf Sansibar
Dhows (auf deutsch auch: Dau) sind traditionelle Segelschiffe mit ein bis drei einteilige Masten mit großen trapezförmigen Segeln.
Die Bezeichnung steht nicht für einen einzelnen Schiffstyp, sondern für eine ganze Familie unterschiedlicher Schiffe von kleinen einmastigen Booten bis zu 200 Tonnen tragenden Transportschiffen.
Über die genauen Ursprünge der Dhows gibt es keine Klarheit, aber man vermutet, dass bereits vor 2000 Jahren die hölzernen Schiffe zwischen dem Roten Meer und dem persischen Golf sowie im Indischen Ozean zwischen Madagascar und dem Golf von Bengalen unterwegs waren. Unter Nutzung der Monsunwinde ermöglichten sie wichtige Handelsbeziehungen und einen kulturellen Austausch zwischen den Anliegerstaaten. So ist die Mischkultur der Swahili-Küste Ostafrikas mit Einflüssen aus Arabien, Persien, Indien und Schwarzafrika maßgeblich auf den Austausch, der durch die Dhows erst möglich wurde zurückzuführen.
Noch heute gehören Dhows zum festen Bild der Häfen des Indischen Ozeans. Wunderbar kontrastieren etwa im „Dubai Creek“ die altmodischen Holzschiffe, bei denen jedes Stück Transportgut von Trägern einzeln entladen wird mit den glitzernden High-Tech-Fassaden der Spiegelglas-Wolkenkratzer dahinter. Als Transport-, Fischerei- und Ausflugsschiffe sind sie beliebt in Goa, Sansibar, Dubai, Oman, Kerala, Mosambik und anderen Küstenregionen der arabischen See.
Neben ihrer traditionellen Bauart ist eine Besonderheit der Dhows, dass sie noch immer in reiner Handarbeit gefertigt werden. Dies geschieht ohne Konstruktionspläne und ohne moderne Werkzeuge nach der jahrhundertealter Bauweise. Für kleinere Dhows werden bis heute oft nicht einmal Nägel benutzt, sondern die Schiffsplanken und Bretter der Außenhülle werden mit Fasern und flexiblem Holz wie Stauden zusammengehalten. Diese Baupraxis war bis zum 15. Jahrhundert auf der ganzen Welt im Schiffsbau eine gängige Praxis, man nennt sie „geschnürte Boote“. Dabei beginnt man den Bau mit der Außenhülle anstelle mit einem tragenden Rahmen. Die Außenhülle wird aufmerksam geformt und dann werden die verschiedenen Sektionen „zusammengeschnürt“. Erst danach wird ein interner Rahmen zur Festigkeit eingebaut.
Nicht nur Marco Polo berichtete in seinen Reiseaufzeichnungen erstaunt von der Haltbarkeit der „geschnürten“ Schiffe, auch Reisende des frühen 20. Jahrhunderts berichteten von ihrer Bewunderung für die Dhows, die zuverlässig Tonnen an Ladegut zu ihrem Bestimmungsort transportierten. Für größere Dhows finden jedoch auch Bauweisen aus dem europäischen Schiffsbau wie viereckige Hecks Anwendung, wie sie etwa für portugiesische Schiffe aus der Zeit Vasco da Gamas charakteristisch sind.
Man vermutet, dass der oder die Masten in früheren Zeiten aus Kokosnuss-Holz gefertigt wurde, sowie aus anderen verfügbaren Holzarten, Segel wurden wohl aus Palmblättern gewoben, später wahrscheinlich aus Baumwollstoff, der ursprünglich aus Indien stammte. Auf langen Fahrten wurden zwei Hauptsegel mitgenommen; eins für die Fahrt über Nacht und bei schlechtem Wetter und das andere für tagsüber und gutem Wetter.
Auf Sansibar gibt es zwei Orte, an denen Dhow-Baumeister tätig sind, die im gesamten Indischen Ozean bekannt sind für ihre gute Arbeit: In Nungwi, im Norden sowie in Mtoni, etwas nördlich von Zanzibar Town. Sie bauen Dhows immer auf Bestellung und brauchen je nach Größe des Schiffs zwischen 2 Wochen und 4 Monate für eine Dhow.
In Nungwi hast Du jetzt die Möglichkeit, beim Bau einer Dhow mitzumachen und alles über den Bau dieser tradtionellen Schiffe zu lernen. Ein erfahrener Dhow-Baumeister, der sein traditionelles Wissen von seinem Vater gelernt hat (die Familie baut seit Generationen Dhows) gibt Dir 2 Stunden täglich Unterricht im Bau von Dhows (auf Englisch). Die übrigen Stunden kannst Du den Handwerkern zuschauen und assistieren.
Dieses Angebot lässt sich auch für 1-4 Tage in einen Reiseverlauf einbauen; aufgrund der Nähe zur Nungwi Meeresschildkrötenschutzstation ist das Dhowbauen auch mit einem Einsatz kombinierbar, wobei Du dann vormittags bei den Meeresschildkröten wärst und nachmittags beim Schiffsbau. Kontaktiere uns für solche Kombinationen bzw. Reiseverläufe.
Infobox:
Eine Woche Aufenthalt in Nungwi (Einzelzimmer in einem Bungalow mit eigenem Bad, ohne Verpflegung) und 2 Stunden täglich Unterricht vom Dhow-Baumeister (5 Tage, insgesamt 10 Stunden), inkl. Transfer hin & zurück von Zanzibar Airport oder Sea Port:
1 Person: 350 €
2 Personen: 250 € p.p.
Bei 2 Personen Unterbringung im Doppelzimmer; Einzelzimmerzuschlag 30 € p.p..
Jede weitere Woche Unterkunft und Unterricht: 200 € (1 Person) und 150 € p.p. (2 Personen)
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