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Unterrichten in einer Massai-Schule im Ngorongoro Schutzgebiet
Die Massai
Die Massai (oder Maasai, Maassai, Masai) sind ein nomadisch lebendes Hirtenvolk, das Mitte des 16. Jahrhunderts aus dem nördlichen Afrika nach Ostafrika eingewandert ist. Die wohl bekannteste Volksgruppe Ostafrikas ist heute in der Kilimanjaro-Region sowohl im südlichen Kenia als auch im Norden Tansanias beheimatet. Derzeit gibt es rund 1.000.000 Massai, die sich ungefähr gleichermaßen auf die beiden Länder aufteilen.
Ursprünglich waren die Massai vor allem als Krieger und Vierhirten bekannt, denn die Kultur der Massai dreht sich hauptsächlich um Rinder. Der Regengott Ngai, der auf dem Gipfel des Mount Kenya thront, hat ihnen nach ihrem Glauben alle Rinde dieser Erde überlassen. Die Massai sahen dies bis in die jüngste Vergangenheit teilweise als Anlass dazu, anderen Völkern deren Rinder unter anderem gewaltsam zu enteignen. Noch heute ist das Vieh wichtigstes Bestandteil ihrer Nahrung.
So ernähren sie sich zu großem Umfang vom Fleisch und der Milch von Rindern, Ziegen und Schafen. Das Milch-Blut-Gemisch ist eine traditionelle Massai-Spezialität. Pflanzliche Speisen werden traditionellerweise nicht von Massai gegessen. Dies hat sich aufgrund des Siedlungsdrucks für die Massai, die außerhalb der Nationalparks oder Schutzgebiete leben inzwischen geändert, sie ernähren sich auch von Erträgen des Ackerbaus wie Weizen, Weizen, Mais, Bohnen, Tee und Kartoffeln. Für die Massai innerhalb der Schutzgebiete ist dies jedoch nicht gängig. Nur in Dürreperioden (wie im Sommer 2009) wird Maismehl oder Weizen gespendet und findet somit Einlass in den Speiseplan der im Schutzgebiet sich weitgehend traditionell ernährenden Massai.
Bei den Massai gibt es keine Häuptlinge oder Anführer; die Massai organisieren sich durch verschiedene männliche Altersgruppen. Die Übergange von einer in die andere Altersgruppe sind noch heute entscheidende Momente im Leben eines Massai-Mannes, für dessen Ansehen die Zahl seiner Rinder und Frauen bedeutend ist. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Massai 50 Rinder besitzt und gleichzeitig fünf Frauen hat. Zahlreiche Zeremonien prägen das Leben eines Massai. Hierzu gehören auch die viel kritisierte Beschneidung bei Mädchen.
Ein Massai-Mann hat üblicherweise mehrere "Bomas". Dabei handelt es sich um ein umzäuntes Oval, in dem nachts die Herde untergebracht wird, umgeben von mehreren Häusern. Mit der Herde zieht der Massai von Boma zu Boma und lebt somit ein halbnomadisches Leben. Die traditionellen Häuser sind je nach Region rund oder rechteckig – auf jeden Fall jedoch aus einer Lehm-Dung-Mischung gebaut, die ähnlich einem Fachwerkhaus um eine hölzerne Skelettstruktur herum angebracht ist. Ein Feuer zum Kochen und Heizen befindet sich ohne Kamin im Inneren des Massai-Hauses.
Die Massai sprechen untereinander ihre eigene Sprache, Maa, das zur Gruppe der nilotischen Sprachen gehört. Jedoch können die meisten auch auf Swahili kommunizieren, das sie in Schulen seit den 60-er-Jahren lernen.
Unterrichten in einer Massai-Schule
Hierbei handelt es sich um eine wirklich außergewöhnliche Tätigkeit mitten im Massailand im Inneren des Ngorongoro-Schutzgebietes. Zum Abenteuer "Unterrichten in Afrika" kommt hierbei nochmal eine weitere spannende Ergänzung hinzu, nämlich "im Busch" zu leben in täglichem Umgang mit einem der populärsten und schillernsten Stämme Ostafrikas - den mächtigen Massai.
Außer den Maasai, die die Ngorongoro-Ebenen seit Jahrhunderten mit ihren Viehherden bewirtschaften darf sich innerhalb des Ngorongoro-Schutzgebietes kein anderer Tansanier noch Ausländer niederlassen. Die einzige Ausnahme bilden Lehrer, die in den wenigen staatlichen Schulen innerhalb des Schutzgebiets unterrichten; auch Nicht-Massai-Lehrer aus Tansania werden ins Maasailand versetzt.
Vom Lehrplan unterliegt die Grundschule dem staatlichen tansanischen System und der Unterricht findet auf Swahili statt, was die erste Fremdsprache für die Maasai-Kinder ist, die vorher meist nur die Massai-Sprache "Maa" kennen. Auch Englisch steht auf dem Lehrplan und ist ein Fach, das sich für freiwillige ausländische Lehrer anbieten würde.
Insgesamt gibt es auf der Schule 7 Klassen, je eine Klasse für eine Altersstufe, von Standard 1 (Alter ca. 6 Jahre) bis Standard 7 (Alter ca. 12 Jahre). Die Klassengröße beträgt 90-130 Schüler. Diese Anzahl von Kindern wird von nur einem Lehrer unterrichtet und drängt sich in einem Schulraum (Siehe Fotos). 6-8 Kinder sitzen dabei auf einer Schulbank. In den meisten Jahrgängen ist es so, dass etwa doppelt so viele Jungs wie Mädchen die Schule besuchen. Für die Mädchen halten es viele Massai immer noch nicht für nötig, dass sie auf die Schule gehen.
Die Schule ist einfach ausgestattet. Die Bibliothek hat relativ wenige Bücher und Hefte, die zudem auch kaum an die Schüler ausgegeben werden, da diese sie sonst verlieren oder beschädigen. Beim Toilettengebäude wurden die Türen von Termiten gefressen, darum hat man nun einen einfachen Zaun als Sichtschutz darum gebaut.
Freiwillige Lehrer können auch Sport unterrichten, dabei gibt es einen Fußballplatz hinter dem Schulgebäude. Nur Jungs dürfen Fußball spielen, sie spielen barfuß, da sich die typischen Massai-Sandalen, die aus alten Autoreifen geschnitten werden nicht zum Fußballspielen eignen. Das Problem ist, dass das Gelände uneben ist und voller stachligen Gewächsen, sodaß sich die Spieler häufig verletzen. Es spielen auch wesentlich mehr Kinder mit als eine Fußballmannschaft typischerweise Spieler hat. Da keine Trikots oder Sportkleidung vorhanden ist tragen die Schüler ihre Schuluniformen zum Fußballspielen. Damit ist es schwer zu unterscheiden, wer zu welcher Mannschaft gehört. Die Mädchen spielen meist eine Basketball-Variante. Auch dafür gibt es zwei Körbe hinter der Schule.
Für die Nicht-Massai-Lehrer, die an der Schule unterrichten wurden Häuser aus Stein gebaut, wie es sie auch an anderen Orten in Tansania gibt. Freiwillige können ein Zimmer in einem dieser Lehrer-Wohnhäuser beziehen.
Jedoch muss man sich als Freiwilliger darüber im Klaren sein, worauf man sich einlässt: Wasser wird zwar mit einer Pumpe in eine Wasserleitung gepumpt, die ins Haus führt, jedoch läuft diese Pumpe nur eine halbe Stunde am Tag. Man muss zu diesem Zeitpunkt das Wasser in Eimern auffangen. Zum sich Waschen ist das Wasser geeignet, aber nicht zum Trinken. Strom gibt es keinen, die Beleuchtung nachts erfolgt über Kerzen oder Gaslampen, gekocht wird per Holzkohle. Das Haus des Schuldirektors hat jedoch eine Solarzelle auf dem Dach und hier kann man sein Mobiltelefon aufladen.
Es gibt kein wirkliches "Dorf", sondern nur eine Ansammlung mehrerer "Bomas". Da es bei den Massai keine "Berufe" gibt, gibt es auch keine Geschäfte oder Dienstleistungen, die man gegen Geld in Anspruch nehmen könnte. Da die Massai-Nahrung wohl nicht über längere Zeii den Ernährungsvorstellungen ausländischer Freiwilliger entspricht, heißt das, dass Du als Freiwillige(r) sämtliche Lebensmittelvorräte für ca. 2-4 Wochen in Karatu Town kaufen musst und dann vor Ort lagern, wie dies auch die tansanischen Lehrer machen, die mit Dir in den Lehrerwohnhäusern wohnen. Karatu ist per Auto etwa eine Stunde entfernt. Da es keinen öffentlichen Nahverkehr gibt müsstet Du Dich diesbezüglich mit den tansanischen Lehrern abstimmen.
Infobox:
Ort: Ngorongoro Conservation Area, Tansania
Dauer: ab 2 Wochen
Besondere Qualifikation erforderlich: Ja
Kosten: Keine; Sorgenfreipaket für 500 € ist optional
Unterbringung: Inklusive
Verpflegung: Nicht inklusive
Inklusive: Vermittlung und Ansprechpartner; bei Abschluss des Sorgenfreipakets gesamter Leistungsumfang des Sorgenfreipakets.
Nicht inklusive: Anreise, Krankenversicherung, Visa, Arbeitserlaubnis.
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