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Siha District:
Siha District
 
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Sanya Juu Village
 
Sanya Juu Village
 
Ngorongoro:
Massai Boma neben der Schule
 
Massai Boma neben der Schule
 
Massai Boma neben der Schule
 
Massai Boma neben der Schule
 
Massai Boma neben der Schule
 
Massai Schule
 
Massai Schule
 
Brett mit Schülerzahlen pro Jahrgang
 
Klassenzimmer
 
Bibliothek
 
Massai Schule
 
Massai Schule Toiletten
 
Landschaft
 
Landschaft
 
Landschaft
 
Lehrerwohnhäuser
 
Massailand
 
Lehrerwohnhaus innen
 
Lehrerwohnhaus Toiletten
 
 
Unterrichten in Massai-Schulen in Tansania
 
Die Massai

Die Massai (oder Maasai, Maassai, Masai) sind ein nomadisch lebendes Hirtenvolk, das Mitte des 16. Jahrhunderts aus dem nördlichen Afrika nach Ostafrika eingewandert ist. Die wohl bekannteste Volksgruppe Ostafrikas ist heute in der Kilimanjaro-Region sowohl im südlichen Kenia als auch im Norden Tansanias beheimatet. Es gibt rund eine Million Massai, die sich ungefähr gleichermaßen auf die beiden Länder aufteilen.
 
Weitere Informationen zu den Maasai am Ende dieses Textes.
 
Wir können Freiwilligeneinsätze und Praktika bei Massaischulen sowohl in der Region West-Kilimanjaro (Siha District) als auch innerhalb des Ngorongoro Schutzgebiets organisieren. Dabei handelt es sich um staatliche Schulen, die dem tansanischen Lehrplan unterliegen.
 
Massaischulen in der Region West Kilimanjaro (Siha District)
 
Der Siha District ist die Region zwischen Kilimanjaro und Mount Meru. Die Region ist dünn besiedelt, hauptsächlich von Massai, die sich dort mit ihren Herden während der Regenzeit aufhalten. Während der Trockenzeit finden die Tiere in der kargen Region kaum Gras und es halten sich hauptsächlich Frauen, Kinder und alte Maasai in der Region auf, während die Männer mit den Herden an andere Orte gewandert sind.
 
Zentrum des Siha Districts ist das Dorf Sanya Juu, das sich seit 2010 deutlich entwickelt hat, als die von Boma Ng'ombe kommende Straße asphaltiert wurde. Die Fahrzeit hat sich seitdem deutlich verringert und die Anbindung per öffentlichem Nahverkeht (Daladala) verbessert. In einer halben Stunde ist man per Daladala von Sanya Juu in Boma Ng'ombe, das auf halber Strecke an der großen Verbindungsstraße zwischen Arusha und Moshi sowie unweit des Kilimanjaro International Airport befindet.
 
Man befindet sich also im ländlichen Raum, ist aber recht schnell und unproblematisch auch in größeren Städten.

Die Schulen befinden sich im Hinterland von Sanya Juu. Dort gibt es erst seit wenigen Jahren verschiedene staatliche Kindergärten (Nursery schools) und Schulen (Primary und Secondary schools), in denen Du tätig sein kannst. In Tansania besuchen Kinder von 6 bis 15 Jahren die Grundschule (Primary school standard 1 to standard 7) und wechseln im Anschluss in eine weiterführende Schule (Secondary school form 1 and 2). Das Verhältnis von Jungs und Mädchen ist ziemlich ausgewogen. Das Schulamt von Moshi sucht aus, in welcher Schule Du als Freiwilliger/Praktikant eingesetzt wirst.
 
Die Ekenywa Nursery and Primary School (bis Standard 2/Alter der Kinder ca. 8 Jahre) wird von etwa 200 Kindern besucht; etwa 70 sind Kindergartenkinder. Die Schule befindet sich einige Gehminuten entfernt von den umliegenden Maasai-Bomas, in denen die Kinder wohnen. Neben dem Schulgelände gibt es ein neues Haus mit Anschluss an Elektrizität und Wasser, in dem Lehrer und Freiwillige wohnen können. Die Schule hat nur eine einzige Lehrerin. Die im folgenden beschriebenen Schulen können alle per Fahrrad von diesem Haus innerhalb von 30-40 Minuten erreicht werden.

In der Mawasiliano Primary School werden etwa 700 Schüler unterrichtet; zwischen 70 und 90 Kinder sind in einer Klasse. 80 Prozent sind reine Maasai, 20 Prozent Wameru und Waarusha. Dabei handelt es sich um Maasai, die vor einigen Generationen das semi-nomadische Leben aufgaben und mit Ackerbau anfingen.

In vergleichbare Klassengrößen werden auch die etwa 490 Schüler der Lekrimuni Primary School aufgeteilt. 

Die Kandash Primary School gehört zum gleichnamigen Dorf. Der nächstgrößere Ort heißt Karansi. In Karansi gibt es Einkaufsmöglichkeiten und von dort erreicht man mit dem Daladala die Sanya Juu. Nach Karansi kannst Du mit dem Motoradtaxi fahren (etwa 10 Minuten), mit dem Fahrrad (30 Minuten) fahren oder zu Fuß gehen (etwa eine Stunde). Die Schule wird von etwa 340 Kindern besucht. In allen Stufen wird täglich Englisch unterrichtet.   
 
Die Schulen sind sehr einfach ausgestattet. In der Regel gibt es Holztische und –bänke und eine Tafel in den Klassenzimmern.
 
Du gibst an, welche Fächer Du zusammen mit einem tansanischen Lehrer oder auch allein für welche Altersklasse unterrichten willst (und kannst). Vom Lehrplan unterliegen die Schulen dem staatlichen tansanischen System und der Unterricht findet auf Swahili statt, was die erste Fremdsprache für die Maasai-Kinder ist, die vorher meist nur die Massai-Sprache „Maa“ kennen.

Auch Englisch steht auf dem Lehrplan und ist ein Fach, das sich zum Unterrichten für ausländische Freiwillige und Praktikanten anbietet. In den Pausenzeiten kannst Du auch mit den Kindern Sport treiben (z.B. Fußball) oder Spiele spielen. 
 
Massai-Schule im Ngorongoro Schutzgebiet
 
Hierbei handelt es sich um eine wirklich außergewöhnlichen Einsatz im Inneren des Ngorongoro-Schutzgebiets, wo man wirklich mitten "im Busch" lebt.
 
Hier muss man deutliche Abstriche im Bezug auf den Lebensstandard machen, sodass wir diesen Einsatz nur Teilnehmern empfehlen, die sich speziell auf ein Leben im sehr ländlichen Gebiet zusammen mit Maasai, die in dieser Gegend noch kaum "westlich" beeinflusst sind einlassen können. 
 
Außer den Maasai, die die Ngorongoro-Ebenen seit Jahrhunderten mit ihren Viehherden bewirtschaften darf sich innerhalb des Ngorongoro-Schutzgebietes kein anderer Tansanier noch Ausländer niederlassen. Die einzige Ausnahme bilden Lehrer, die in den wenigen staatlichen Schulen innerhalb des Schutzgebiets unterrichten; auch Nicht-Massai-Lehrer aus Tansania werden ins Maasailand versetzt.
 
Aufgrund der komplizierten Formalitäten zum Erhalt dieser Ausnahmegenehmigung bieten wir einen Einsatz dort nur für eine Mindestaufenthaltsdauer von 3 Monaten an, was allerdings lange sein kann, wenn man westlichen Komfort gewöhnt ist.
 
Man muss sich als Freiwilliger/Praktikant dort darüber im Klaren sein, worauf man sich einlässt: Wasser wird zwar mit einer Pumpe in eine Wasserleitung gepumpt, die ins Haus führt, jedoch läuft diese Pumpe nur eine halbe Stunde am Tag. Man muss zu diesem Zeitpunkt das Wasser in Eimern auffangen. Zum sich Waschen ist das Wasser geeignet, aber nicht zum Trinken. Strom gibt es keinen, die Beleuchtung nachts erfolgt über Kerzen oder Gaslampen, gekocht wird per Holzkohle. Das Haus des Schuldirektors hat jedoch eine Solarzelle auf dem Dach und hier kann man sein Mobiltelefon aufladen.
 
Es gibt kein wirkliches "Dorf", sondern nur eine Ansammlung mehrerer "Bomas". Da es bei den Massai keine "Berufe" gibt, gibt es auch keine Geschäfte oder Dienstleistungen, die man gegen Geld in Anspruch nehmen könnte. Da die Massai-Nahrung wohl nicht über längere Zeii den Ernährungsvorstellungen ausländischer Freiwilliger entspricht, heißt das, dass Du als Freiwillige(r) sämtliche Lebensmittelvorräte für ca. 2-4 Wochen in Karatu Town kaufen musst und dann vor Ort lagern, wie dies auch die tansanischen Lehrer machen, die mit Dir in den Lehrerwohnhäusern wohnen. Karatu ist per Auto etwa eine Stunde entfernt. Da es keinen öffentlichen Nahverkehr gibt müsstet Du Dich diesbezüglich mit den tansanischen Lehrern abstimmen. 
 
Zeitungsartikel (PDF) über unsere Teilnehmerin Christina im Massai-Dorf Olbalbal.
 
Die Olbabal Primary School verfügt über 7 Klassen, je eine Klasse für eine Altersstufe, von Standard 1 (Alter ca. 6 Jahre) bis Standard 7 (Alter ca. 12 Jahre). Die Klassengröße beträgt 90-130 Schüler. Diese Anzahl von Kindern wird von nur einem Lehrer unterrichtet und drängt sich in einem Schulraum (Siehe Fotos). 6-8 Kinder sitzen dabei auf einer Schulbank. In den meisten Jahrgängen ist es so, dass etwa doppelt so viele Jungs wie Mädchen die Schule besuchen. Für die Mädchen halten es viele Massai immer noch nicht für nötig, dass sie auf die Schule gehen.
 
Die Schule ist einfach ausgestattet. Die Bibliothek hat relativ wenige Bücher und Hefte, die zudem auch kaum an die Schüler ausgegeben werden, da diese sie sonst verlieren oder beschädigen. Beim Toilettengebäude wurden die Türen von Termiten gefressen, darum hat man nun einen einfachen Zaun als Sichtschutz darum gebaut.
 
Freiwillige Lehrer können auch Sport unterrichten, dabei gibt es einen Fußballplatz hinter dem Schulgebäude. Nur Jungs dürfen Fußball spielen, sie spielen barfuß, da sich die typischen Massai-Sandalen, die aus alten Autoreifen geschnitten werden nicht zum Fußballspielen eignen. Das Problem ist, dass das Gelände uneben ist und voller stachligen Gewächsen, sodaß sich die Spieler häufig verletzen. Es spielen auch wesentlich mehr Kinder mit als eine Fußballmannschaft typischerweise Spieler hat. Da keine Trikots oder Sportkleidung vorhanden ist tragen die Schüler ihre Schuluniformen zum Fußballspielen. Damit ist es schwer zu unterscheiden, wer zu welcher Mannschaft gehört. Die Mädchen spielen meist eine Basketball-Variante. Auch dafür gibt es zwei Körbe hinter der Schule.
 
Für die Nicht-Massai-Lehrer, die an der Schule unterrichten wurden Häuser aus Stein gebaut, wie es sie auch an anderen Orten in Tansania gibt. Freiwillige können ein Zimmer in einem dieser Lehrer-Wohnhäuser beziehen.
 
Hintergrundinformationen über die Massai 
 
Ursprünglich waren die Massai vor allem als Krieger und Vierhirten bekannt, denn die Kultur der Massai dreht sich hauptsächlich um Rinder. Der Regengott Ngai, der auf dem Gipfel des Mount Kenya thront, hat ihnen nach ihrem Glauben alle Rinde dieser Erde überlassen. Die Massai sahen dies bis in die jüngste Vergangenheit teilweise als Anlass dazu, anderen Völkern deren Rinder unter anderem gewaltsam zu enteignen. Noch heute ist das Vieh wichtigstes Bestandteil ihrer Nahrung.

So ernähren sie sich zu großem Umfang vom Fleisch und der Milch von Rindern, Ziegen und Schafen. Das Milch-Blut-Gemisch ist eine traditionelle Massai-Spezialität. Pflanzliche Speisen werden traditionellerweise nicht von Massai gegessen. Dies hat sich aufgrund des Siedlungsdrucks für die Massai, die außerhalb der Nationalparks oder Schutzgebiete leben inzwischen geändert, sie ernähren sich auch von Erträgen des Ackerbaus wie Weizen, Weizen, Mais, Bohnen, Tee und Kartoffeln. Für die Massai innerhalb der Schutzgebiete ist dies jedoch nicht gängig. Nur in Dürreperioden (wie im Sommer 2009) wird Maismehl oder Weizen gespendet und findet somit Einlass in den Speiseplan der im Schutzgebiet sich weitgehend traditionell ernährenden Massai.
 
Bei den Massai gibt es keine Häuptlinge oder Anführer; die Massai organisieren sich durch verschiedene männliche Altersgruppen. Die Übergange von einer in die andere Altersgruppe sind noch heute entscheidende Momente im Leben eines Massai-Mannes, für dessen Ansehen die Zahl seiner Rinder und Frauen bedeutend ist. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Massai 50 Rinder besitzt und gleichzeitig fünf Frauen hat. Zahlreiche Zeremonien prägen das Leben eines Massai. Hierzu gehören auch die viel kritisierte Beschneidung bei Mädchen.
 
Ein Massai-Mann hat üblicherweise mehrere "Bomas". Dabei handelt es sich um ein umzäuntes Oval, in dem nachts die Herde untergebracht wird, umgeben von mehreren Häusern. Mit der Herde zieht der Massai von Boma zu Boma und lebt somit ein halbnomadisches Leben. Die traditionellen Häuser sind je nach Region rund oder rechteckig – auf jeden Fall jedoch aus einer Lehm-Dung-Mischung gebaut, die ähnlich einem Fachwerkhaus um eine hölzerne Skelettstruktur herum angebracht ist. Ein Feuer zum Kochen und Heizen befindet sich ohne Kamin im Inneren des Massai-Hauses.
 
Die Massai sprechen untereinander ihre eigene Sprache, Maa, das zur Gruppe der nilotischen Sprachen gehört. Jedoch können die meisten auch auf Swahili kommunizieren, das sie in Schulen seit den 60-er-Jahren lernen.
 

Infobox:

Ort: West Kilimanjaro / Ngorongoro Conservation Area, Tansania

Dauer: ab 2 Wochen

Besondere Qualifikation erforderlich: Lehrerfahrung/Studium/Ausbildung

Kosten: Sorgenfreipaket für 500 € ist verpflichtend

Unterbringung: Inklusive

Verpflegung: Nicht inklusive

Inklusive: Vermittlung und Ansprechpartner; bei Abschluss des Sorgenfreipakets gesamter Leistungsumfang des Sorgenfreipakets.

Nicht inklusive: Anreise, Krankenversicherung, Visa, Arbeitserlaubnis.

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