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Permakultur-Kurs bei den Beduinen in der Negev-Wüste in Israel
Permakultur ist ein Konzept, das auf die Schaffung von dauerhaft funktionierenden (nachhaltigen), naturnahen Kreisläufen zielt. Ursprünglich für die Landwirtschaft entwickelt, ist sie inzwischen ein Denkprinzip, das auch Bereiche wie Energieversorgung, Landschaftsplanung und die Gestaltung sozialer (Infra-)Strukturen umfasst. Grundprinzip ist ein ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiges Wirtschaften mit allen Ressourcen.
Permakulturell gestaltete Lebensräume werden als Systeme aufgefasst, in denen das Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen so miteinander kombiniert wird, dass die Systeme zeitlich unbegrenzt funktionieren und die Bedürfnisse aller Elemente möglichst erfüllt werden.
Wir bieten in der Negev-Wüste in Israel einen 6-wöchigen Permakultur-Kurs an, der zudem Nahoststudien, die Kultur der Beduinen sowie Arabischunterricht beinhaltet.
Der nächste Kurs findet vom 7. Juli bis 15. August 2013 statt.
Der 6-wöchige Kurs vermittelt an 3 Tagen pro Woche alle Inhalte eines international anerkannten Permakultur Design-Zertifikats und die Teilnehmer erhalten dieses am Ende des Kurses. Die Ausbildung erfolgt durch 72 Stunden Unterricht von fachkundigen internationalen Dozenten, die ins Dorf kommen und die nachhaltigen Lösungen der Permakultur auf die örtlichen Gegebenheiten anwenden wie Biolandwirtschaft, Regenwassergewinnung und Recycling. Durch Gemeinschaftsentscheidungen und aktive Kooperation mit den örtlichen Beduinen wirst Du lernen, wie in einem der härtesten Klimazonen der Welt das Leben angenehm gemacht werden kann.
Dabei lernst Du natürliches Bauen unter Einbeziehung antiker ökologischer Techniken wie Zelthängen, Earthbag-Bauen, Lehmsteinlegen und Strohleimbauen sowie deren moderne Weiterentwicklungen wie "Super Adobe" des iranischen Architekten Nader Khalili und Leichtstrohlehmkonstruktion, immer unter Verwendung natürlicher örtlich gewonnener Baumaterialen und nachhaltiger Lösungen wie Komposttoiletten und Grauwassersystemen.
Du lebst im Beduinendorf Qasr A-Sir und gewinnst Einblicke ins traditionelle Leben der Beduinen. Die wöchentlichen Workshops mit den Beduinen drehen sich etwa über örtliche Pflanzen. Unter Anleitung von Alchemisten stellst Du daraus Gewürze, Medizin, Tinkturen, Seifen und Cremes her. Du kannst durch die Olivenhaine wandeln und frisches Olivenöl pressen, das du auch mit nach Hause nehmen kannst. Du reitest auf Kamelen, stellst Wandteppiche her und praktizierst die örtlichen Landwirtschaft. Mit den Beduinen sitzt Du nachts unter den Sternen der Wüste am Feuer und hörst Geschichten, die generationenalte Weisheiten beinhalten und trinkst Beduinentee zu den hypnotischen Lauten der Oud.
Die Beduinen sind ein ursprüngliches Volk der israelischen Negev-Wüste, deren nur Teilrechte zugestanden werden und deren bedrohliche Lage immer überschattet wird vom Israeli-Palestina-Konflikt. Obwohl die Beduinen Steuern zahlen müssen und in die Armee berufen werden, erhalten ihre Siedlungen von der Regierung keinen Anschluss an Wasser- und Abwassersysteme oder sonstige Infrastruktur. Das Programm der NGO "BUSTAN" hat das Ziel, die Lebensumstände der El Hawashla-Beduinen zu verbessern, von denen etwa 3500 in Qasr A-Sir leben in der israelischen Negev-Wüste. Obwohl die Siedlung seit mehr als 10 Jahren als Beduinendorf anerkannt ist wurde noch keinerlei Entwicklung gestartet und die Menschen leben in temporären Häusern ohne Anschluss an Wasser, Abwasser und Strom. Bustan will Unterbringungen erschaffen, die für die Beduinen am passensten sind. Daneben sollen ihre Würde, Selbstverständnis und traditionellen Lebensformen bewahrt bleiben. Dialoge sollen geführt werden zwischen Beduinen, Palästinensern, Israelis und Personen aus aller Welt. Durch fassbare Konzepte wie Ökologie, Nahrungsmittelproduktion, Sicherheit und Umweltschutz sollen in einer politisch neutralen Zone kulturelle, politische und religiöse Spaltungen überwunden werden. Um die komplexen Zusammenhänge verstehen zu können, werden einen Tag pro Woche Nahhost-Studien unterrichet.
Der Kurs beinhaltet auch Exkursionen zu ökologischen Farmen in der Westbank und in anderen Beduinendörfern, um dortige Herangehensweisen und neu angewandte Techniken kennenzulernen, sowie zu kulturellen und natürlichen Sehenswürdigkeiten im ganzen Land.
Einmal wöchentlich gibt es Arabisch-Sprachunterricht für Anfänger. Du lernst Grundlagen einer der ältesten und zugleich sich am schnellsten entwickelnden Sprachen der Welt kennen. Während Deiner Arbeit mit der örtlichen Beduinen-Community kannst Du Deine Sprachkenntnisse anwenden.
Der Kurs ist sehr zu empfehlen für Studierende der Landwirtschaft, Landschaftsarchitektur, Urban & Rural Planning, Ausbildung zum Landwirt, Förster, aber auch Nahoststudien, Politologie, Soziologie etc.
Das Tolle an diesem Kurs ist, dass man wirklich praktische Sachen planen und umsetzen kann.
Kursinhalte Permakultur:
Woche 1:
Was ist Permakultur und warum brauchen wir sie? Wie paßt die Permakultur mit der Lebensweise der Beduinen in der Negev zusammen? Permakultur und politischer Widerstand; Das hollistische Konzept der Permakultur; Prinzipien der Permakultur; Von der Beobachtung zur Karte: Zonen, Sektoren, Klima, Mikroklima Dozenten: Alice Gray, Raed Al Mickawi, Alon Shepon
Woche 2:
Design und Positionierung von Gebäuden; Techniken des Ecobuilding; Die Ernte unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit; Alternative Energie: Nutzung von Wind und Sonne
Dozenten: Michal Vital, Alice Gray, Elad Orian
Woche 3:
Grauwasser; Kompostierung; Recycling; Managment: ‚Reduce - Reuse – Recycle’; Earthships: Passivhäuser aus natürlichen Materialien; Gemüseanbau
Dozenten: Chaym Feldman und Alice Gray
Woche 4:
Bäume und Agroforstwirtschaft; Techniken des Baumpflanzens; Samensammlung und deren Lagerung; Mischkultur; Pflanzenkunde; Richtige Standorte für Pflanzen und die richtigen Pflanzen für den Standort
Dozenten: Gur Rotem und Tom Fernley Pearson
Woche 5:
Managing soil and landscape level water harvesting; Principles of soil ecolology; Nachhaltige Saattechniken; Erosion verhindern; Nachhaltige Nutzung des Regenwassers; Antike Techniken der Beduinen und Nabatäer des Trockenfeldbaus
Dozenten: Alice Gray und Dor Havkim
Woche 6:
Viehhaltung integrieren; Von Huhn bis zum Schaf; Die traditionelle Viehhaltung der Beduinen; Aquakultur und Aquaponik (Kombination aus Aquakultur und Hydrokultur); Präsentation der Studentenprojekte; Abschluss des Kurses mit dem international anerkannten Permakultur Design Zertifikat
Dozenten: Alice Gray, Philip Jones, Lorena Viladomat
Unterrichtssprache ist Englisch.
Infobox:
Ort: Qasr A-Sir, Israel
Dauer: 6 Wochen; feste Termine: 7.7.-15.8.2013
Besondere Erfahrung erforderlich: nein
Kosten: 1300 € inkl. Verpflegung und Unterkunft. Jeweils
drei Tage pro Woche wird Permakultur unterrichtet, einen Tag pro Woche
gibt es Nahoststudien und einen Tag Arabisch für Anfänger.
Im Anschluss kann man bei Interesse auch einen Monat länger bleiben, um das Erlernte anzuwenden. Die Kosten dafür betragen 400 € für einen Monat inkl. Unterbringung und Verpflegung.
Unterbringung: wird gestellt
Verpflegung: wird gestellt
Anreise: Das Dorf ist leicht mit dem Bus (20 Minuten) von Be'er Sheva zu erreichen. Es gibt auch Sammeltaxis. Von Tel Aviv nach Be'er Sheva fahren den ganzen Tag Busse und Züge (1.5 Stunden). Die Kosten von Tel Aviv ca. 15 Euro. Man kann also gut auch mal am Wochenende nach Tel Aviv (90 min) oder Jerusalem (2 Stunden) fahren. Und das Meer ist auch nicht weit.
Nicht inklusive: Anreise, Krankenversicherung
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