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Informationen zur Preisgestaltung

Seit Beginn unser Tätigkeit als World Unite! ist es unsere Philosophie, Freiwilligentätigkeiten und Praktika bei gemeinnützigen Organisationen ohne Vermittlungsgebühren anzubieten und als Option alle organisatorischen Schritte, die vom Ausland aus oder auch wenn man schon in Tansania ist, aber sich dort nicht auskennt, sehr schwer selbst zu regeln sind, sowie Betreuung vor Ort, im Rahmen unseres "Sorgenfreipakets" möglichst preisgünstig für Euch abzuwickeln. Dieses Paket ist preislich so gestaltet, dass es nur unsere Betriebskosten deckt (siehe Kostenverteilung vorherige Seite).

Zur Erklärung, welche Faktoren zur Entstehung der Kosten beitragen, möchten wir folgende Punkte erwähnen, die sich jemandem, der nicht mit Afrika/Tansania vertraut ist, nicht sofort erschließen:

* Erhalt der Arbeitserlaubnisse

Teil des Sorgenfreipakets ist die Beantragung der Arbeitserlaubnisse für Tansania, die leider gesetzlich vorgeschrieben sind (das Touristenvisum alleine genügt nicht als arbeitsrechtliche Grundlage, auch für unvergütete Praktika/Freiwilligentätigkeiten und Aufenthalte unter 3 Monaten). Laut Auskunft der tansanischen Botschaft in Berlin und der Einwanderungsbehörden in Tansania sind diese Permits nicht über die Botschaft in Berlin zu beziehen, sondern nur entweder über den Hauptstandort der tansanischen Einwanderungsbehörde in Dar-es-Salaam oder über die Regionalbüros der Region, in der die Tätigkeit stattfinden soll. Die Permits werden im Namen der Organisation ausgestellt, bei der die Tätigkeit stattfindet.

Im Hauptstandort in Dar-es-Salaam werden mit der Einreichung der Permit-Unterlagen seit Juli 2008 umfangreiche Unterlagen angefordert wie Genehmigungsbriefe der zuständigen Ministerien (z.B. wer im Waisenhaus in Moshi tätig sein will braucht jetzt einen Brief des Ministeriums für Social Welfare - vor Juli 2008 galt dies nur für Tätigkeiten bei staatlichen Schulen und medizinischen Einrichtungen). Zu den Ministerien in Dar-es-Salaam muss ein Mitarbeiter der anfordernden Organisation (z.B. Waisenhaus) persönlich kommen - wir als Vermittler können dies nicht übernehmen. Da wir von den Mitarbeitern z.B. der Waisenhäusern in Moshi nicht erwarten können, dass sie zur Beantragung jeder einzelnen Permit 8 Stunden mit dem Bus in die Hauptstadt fahren und am nächsten Tag 8 Stunden zurück fahren (wodurch weitere Kosten entstehen), kommt die Beantragung über den Hauptstandort Dar-es-Salaam von nun an nicht mehr in Betracht. Diese Schwierigkeit betrifft übrigens nicht nur uns, sondern alle Vermittler, die auf legalem Weg Freiwillige/Praktikanten über die Einwanderungsbehörde Dar-es-Salaam nach Tansania bringen.

Aus inoffiziellen Quellen haben wir erfahren, dass der neue Hang zu Bürokratie in Dar-es-Salaam darauf zurückzuführen ist, dass die tansanische Regierung die Einstellung hat, dass ausländische Freiwillige/Praktikanten die Entstehung von Arbeitsplätzen für Tansanier verhindern. Viele Organisationen rechnen damit, dass sie permanent ohne Kosten Mitarbeiter aus dem Ausland haben und seien darum überhaupt nicht bemüht, bezahlte Positionen für einheimische Mitarbeiter zu schaffen. Für einige größere Organisationen mag dies stimmen - viele Organisationen, in die wir Freiwillige/Praktikanten vermitteln sind jedoch in einem früheren Entwicklungsstand und haben dazu auf keinen Fall die finanziellen Mittel. Die Alternativen für diese Organisationen sind ausländische Freiwillige/Praktikanten - oder niemand.

Da Dar-es-Salaam für die Beantragung der Permits für Moshi wegfällt, kommen damit nur die regionalen Einwanderungsbehörden in Betracht. Die Einwanderungsbehörde von Moshi ist dafür bekannt, dass man dort jegliche offiziellen Dokumente nur gegen Bezahlung privater Zuwendungen für die Mitarbeiter bekommt. Korruption durchdringt in Moshi zusätzlich sämtliche öffentlichen Ämter wie die Schulbehörde, von der man auch hier Briefe braucht, wenn man in Moshi an öffentlichen Schulen unterrichten will. Selbst mit den privaten Zusatzzahlungen ist das Zusammentragen der erforderlichen Dokumente und die Ausstellung der Permit kein geradeliniger Prozess, sondern erfordert mehrfache Besuche der Ämter und Behörden, d.h. neben den reinen Bestechungsgeldern fallen zusätzlich erhöhte Personal- und Transport-/Fahrkosten für unsere Mitarbeiter an. In Sansibar gilt ähnliches, wenn auch in geringerem Ausmaß als in Moshi.

* Deine Betreuung

Viele Teilnehmer unterschätzen, bevor sie nach Afrika kommen ihre Fähigkeit, dort selbständig leben und tätig sein zu können und sind angewiesen auf umfangreiche Betreuung vor Ort. Und qualifizierte Mitarbeiter, die die Mentalität von sowohl Europäern als auch Tansaniern verstehen können sind auch in Tansania nur für Gehälter zu bekommen, die entsprechend hoch anzusiedeln sind.
 
* Zuwendungen an Projekte
 
Nicht nur die Mitarbeiter der regionalen Einwanderungsbehörde sehen ausländische Freiwilligen/Praktikanten als lukrative Einnahmequelle, sondern auch Gastfamilien und Praktikums-/ Freiwilligenorganisationen. Viele Organisationen erwarten entweder direkt von den Praktikanten/Freiwilligen oder indirekt von uns finanzielle Zuwendungen, um Praktikanten/Freiwillige aufzunehmen.
 
Diese Einstellung ist nicht ganz unbegründet, wenn man sich das Verhalten vieler (besonders amerikanischer) Volunteers in Tansania anschaut, denen großzügig Geld zur Verfügung steht und die an einem Wochenende gerne mal so viel für Alkohol und Party ausgeben, wie einem Durchschnittverdiener in Tansania für einen gesamten Monat zur Verfügung steht. Die Amerikaner zahlen an ihre Entsendeorganisationen nicht nur hohe Vermittlungsgebühr von mehreren tausend Dollar, sondern auch ähnliche Summen für Unterkunft. Dadurch haben wir an vielen Standorten Schwierigkeiten, vernünftige Preise für die Unterkünfte zu verhandeln. Ähnliches gilt für Deutsche, die über staatlich geförderte Programme ins Land kommen. Gastfamilien und Praktikums-/ Freiwilligenorganisationen denken oft, dass unsere Programmteilnehmer sämtliche Ausgaben wie Anreise, Unterkunft und Verpflegung ja sowieso von der deutschen Regierung bezahlt bekommen, was sie natürlich dazu motiviert, einen möglichst hohen Anteil für sich selbst herauszuschinden. Es ist die Frage, ob solche Programme auf diese Weise ihrem Anspruch der "Entwicklungshilfe" gerecht werden oder nicht eher die Einstellung fördern, dass jeder westliche Ausländer, der etwas mit Tansania zu tun haben will aufs Geldgeben reduziert wird. Dass so ziemlichder erste englischsprachige Satz, den Kinder in Tansania aufsagen können "Mzungu (Weißer) - give me money!" ist, spricht Bände.
 
Anstelle von etablierten Organisationen mit jeder Menge ausländischen Freiwilligen (und dadurch auch gut laufender Finanzierung) haben wir in der Vergangenheit oft solche Organisationen ausgesucht, die in einem frühen Entwicklungsstand waren und die Unterstützung von Freiwilligen und Praktikanten auf jeden Fall nötig hatten. Dies war nicht der einfache Weg für uns, denn weil die Organisationen nicht vertraut waren mit ausländischen Freiwilligen/Praktikanten bedeutete dies einen großen Aufwand an Kommunikation, um Mißverständnisse, die meist kulturell bedingt sind, auszuschließen oder zu lösen. Wenn dann die Einrichtung wuchs und an Erfahrung mit ausländischen Freiwilligen/Praktikanten gewann, standen plötzlich anglo-amerikanische Vermittler wie Cross-Cultural Solutions oder i-to-i vor der Türe, um große Mengen Amerikaner/ Kanadier einzuschleussen, die mit ihrem Geld unsere "Low Budget"-Freiwilligen verdrängten.
 
Projekte, die allzu geldfordernd auftreten nehmen wir aus unserem Angebot, was bedeutet, dass wir regelmäßig neue Projekte aufnehmen müssen. Zudem zahlen wir nun an alle Projekte einen Beitrag pro Volunteer von 50 USD (40 €), damit diese weiterhin unsere Teilnehmer akzeptieren.