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Gefährliche Entwicklungsländer?
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gefährliche Entwicklungsländer?
 
Wenn Du als Freiwillige/r, Praktikant/in oder World Learner in ein Entwicklungsland wie Tansania oder Nicaragua reist, musst Du wissen worauf Du Dich einlässt. Wir wollen Dir nichts verschweigen oder beschönigen; aber genauso wenig wollen wir Dir übertriebene Angst machen.
 
Israel ist auf demselben (oder höheren?) Entwicklungsstand wie Zentraleuropa. In Marokko und Indien als Schwellenländer existieren Zustände wie in Entwicklungsländern neben modernsten Errungenschaften (z.B. Kliniken). Detallierte Informationen erhältst Du als Teilnehmer. 
 
Hier sind einige Punkte, die wir erwähnen wollen:
 
1. Andere Lebensstandards
 
Du wohnst nicht in einem Luxushotel, in dem alles nach europäischem Standard ist. Dennoch sind die Wohnungen und Familien, die wir aussuchen von einem Standard, über den die meisten Teilnehmer positiv überrascht sind. Schau Dir die Beschreibung der Unterkünfte an.
 
Dennoch kann z.B. die bauliche Qualität schlechter sein, als was Du aus Europa kennst. Die Vermieter und Gastfamilien, die von uns vermittelt werden sind keine Hoteliers und waren in den meisten Fällen auch noch nie in Europa. 
  
Auf jeden Fall achten wir bei der Auswahl und vor jedem neuen Bezug einer Unterkunft, die von uns vermittelt wird darauf, dass alles in einwandfreien Zustand bezüglich Sicherheit und Sauberkeit ist. Sollte etwas nicht so sein, wie Du es erwartest, teile dies dem Vermieter/der Gastfamilie oder unserem örtlichen Betreuer mit und sie werden bemüht sein, Abhilfe zu schaffen.    

2. Krankheiten
 
Bei einem mehrmonatigen Aufenthalt in einem tropischen Land in Kontakt mit örtlicher Bevölkerung und örtlichen Nahrungsmitteln ist es nicht außergewöhnlich, dass Europäer, deren Magen, Kreislauf oder Immunsystem nicht mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut ist, erkranken kann. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um "Kleinigkeiten" wie Durchfall, die problemlos und schnell vor Ort behoben werden können. Man sollte sich  diesbezüglich keine übertriebenen Ängste machen. Prinzipiell kann man das Risiko durch verschiedene Impfungen und Vorsichtsmaßnahmen verkleinern, jedoch nicht vollkommen ausschließen.
 
Wenn Du unser Sorgenfrei-Paket abschließt geben wir Dir für Dein Reiseziel die Impfschutzempfehlungen des deutschen Tropeninstituts sowie umfangreiche Informationen zu verschiedenen typischen Erkrankungen und praktische Tipps zur Vorsorge weiter. Außerdem raten wir, dass Du Dich bezüglich Deines Auslandsaufenthalts mit Deinem Hausarzt besprichst.
 
Im Rahmen des Sorgenfreipakets zeigt Dir vor Ort unser örtlicher Koordinator einen empfehlenswerten Arzt oder medizinisches Zentrum. Indien, Nicaragua, Marokko und Israel verfügen über eine hervorragende ärztliche Versorgung. In Tansania kennen sich die Ärzte zumindest was die typischen Tropenerkrankungen betrifft besser aus als die meisten Ärzte in Europa. Für den Fall, dass man erkrankt, ist dies darum auch in den meisten Fällen kein Grund zur Panik. Die meisten Erkrankungen wie Malaria oder Magen/Darminfektionen können vor Ort, wenn sie früh erkannt werden, ohne Komplikationen geheilt werden. Im Land gibt es auch die neuesten verfügbaren Medikamente in ausreichendem Umfang, da es viele Programme zur Bekämpfung solcher Krankheiten gibt, die etwa von der Weltgesundheitsorganisation finanziert werden. 
 
Ein absolutes Muss ist auf jeden Fall der Abschluss einer Auslands-Krankenversicherung (Reisekrankenversicherung). Dabei sind ärztliche Behandlungen und Arzneimittel meist vor Ort in bar zu bezahlen und man bekommt die Ausgaben dann in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wieder rückvergütet.   
 
In Tansania ist jedoch besonders in ländlichen Regionen die ärztliche Versorgung nicht zufriedenstellend. Wer dort hinreisen will und auf Nummer sicher gehen will, dass ein medizinischer Notfallservice zur Verfügung steht, kann die Mitgliedschaft bei der AMREF Flying Doctors Society of Africa in Erwägung ziehen.

AMREF hat ihren Sitz in Nairobi/Kenia und die einjährige Mitgliedschaft kostet zur Zeit abhängig von der Entfernung zu Nairobi entweder 20 USD pro Person (bis zu 500 km Entfernung von Nairobi - beinhaltet Moshi und die Kilimanjaro-Region) oder 50 USD pro Person (bis zu 1000 km Entfernung von Nairobi - beinhaltet Sansibar, Ikoma, Dar-es-Salaam und Bagamoyo). Daneben gibt es eine Kurzzeitmitgliedschaft für 14 Tage oder 2 Monate.
 
Mitglieder erhalten eine kostenfreie Notfallevakuierung pro Jahr bei ernsthafter medizinischer Notwendigkeit sowie 24 Stunden Zugang zum Flying Doctor’s Notfall-Telefon für medizinische Aufkünfte. Die kompletten Unterlagen zu den Konditionen und Mitgliedschaftsantrag sowie die Karte, welche Gebiete vom Flugservice abgedeckt sind kannst Du hier als ZIP-Datei herunterladen.
 
Famulaturstudierende und Praktikanten in medizinischen Einrichtungen erhalten eine Einweisung zur Vermeidung von Infektionen. Die Krankenhäuser verfügen über "Post-exposure prophylaxis services" für HIV. 
 
Malaria:
 
Malaria wird durch Moskitos übertragen, die Dich vor allem bei Dunkelheit stechen. Darum besteht der beste Schutz darin, nach Sonnenuntergang nicht gestochen zu werden, etwa durch den Einsatz von Moskitonetzen, durch das Tragen von hellen langen Hosen (denn Moskitos mögen keine hellen Farben), Socken, und durch das Auftragen von Insekten-Abwehrsprays oder -rollern auf nackte Haut. Ein weiterer Schutz bietet die Chemo-Prophylaxe durch Präparate zum Schlucken.
 
2010 lag das Risiko, aufgrund eines Moskitostichs Malaria zu bekommen in Tansania jedoch bei unter 1%. Gut zu wissen ist außerdem, dass die Form von Malaria, die es in Tansania gibt nicht rekursiv ist. Das heißt, einmal geheilt ist sie für immer verschwunden. Wird die Malaria gleich bei den ersten Anzeichen (erhöhte Temperatur, Kopfschmerzen, Mattheit, Gliederschmerzen) erkannt und gleich behandelt (die richtigen Medikamente dafür gibt es überall in Tansania) gleicht die Malaria einer Grippe und der Spuk ist meist innerhalb 3-4 Tagen vorüber.  
 
Zum Entdecken einer möglichen Malariainfektion empfehlen wir Dir auf jeden Fall die Mitnahme eines Fieberthermometers. Sobald Du Dich unwohl oder matt fühlst, solltest Du deine Körpertemperatur messen, und wenn diese auch nur leicht erhöht ist (>37 Grad), solltest Du einen Malaria-Test durchführen lassen (diesen gibt es an vielen Stellen). Er kostet 50 Cent und das Ergebnis bekommt man nach wenigen Minuten. Lieber mal zu oft solch einen Test durchführen lassen als zu spät.
 
Infektionskrankheiten: 

Diese Information trifft auf alle Länder zu. Als Vorsichtmaßnahme ist vor Ort vor allem im Bereich der Nahrungsmittelaufnahme Vorsicht geboten. Wenn wir für Dich eine Unterbringung in einer Familie organisieren, achten wir darauf, dass diese auf die Empfindlichkeit und Hygienevorstellungen europäischer Reisender aufgeklärt ist. Auch in Touristenrestaurants kann man meist ohne Angst alles essen, was einem aufgetischt wird. An Orten mit zweifelhafter Hygiene sollte man die Nahrungsaufnahme entweder vermeiden oder sich in jedem Fall an die alte Regel von Tropenreisenden halten, die lautet: Cook it, peel it, or forget it! Also darauf achten, dass alles gut durchgekocht oder durchgebraten ist, oder dass ungekochtes Gemüse oder Früchte nicht geschält oder aufgeschnitten serviert werden. Vorsicht ist geboten mit frischen Fruchtsäften, Salaten und Eiswürfeln. Im Zweifelsfall industriell hergestellte Getränke aus Flaschen trinken, die vor Deinen Augen geöffnet werden. Darauf achten, dass am Flaschenmund oder in Gläsern keine Spül- oder Kühlwasserreste vorhanden sind.
 
Leitungswassers sollte man nie trinken und wenn man auf der Straße unterwegs ist und allerhand Dinge anfasst und Hände schüttelt, sollte man vermeiden, sich unnötig in Augen und Schleimhäute zu fassen, um die Übertragung von Keimen zu vermeiden. 
 
3. Kriminalität
 
Armutskriminalität existiert in allen Entwicklungs- und Schwellenländern in unterschiedlichem Ausmaß. Aber dies sollte keinen Grund darstellen, nicht in diese Länder zu reisen.  Es genügen meist Vorsichtsmaßnahmen, die dem normalen Menschenverstand entsprechen.
 
Dazu gehören:
 
• Keine Wertgegenstände und Bargeld öffentlich zur Schau stellen. Wer Geldbündel offen herumzeigt und fette Kameras, Mobiltelefone, Schmuck, teuere Markenkleidung und Accessoires gut sichtbar spazieren trägt, zieht natürlich die Aufmerksamkeit auf sich. Man sollte abschätzen, wie viel Geld man braucht und nicht wesentlich mehr bei sich tragen. Den Rest sollte man an sicherer Stelle aufbewahren. Es empfiehlt sich, an bestimmten Orten nicht auf der Straße mit dem Mobiltelefon zu telefonieren und kleine Fotokameras zu verwenden, die man unauffällig bei sich tragen kann.

• An dunklen und menschenleeren Orten sollte man sich nicht alleine aufhalten. Lieber stattdessen nachts ein Taxi nehmen, als etwas riskieren.

• Auf der Straße sollte man kein Geld wechseln. Dies ist nicht nur illegal, sondern die Wahrscheinlichkeit, dass man betrogen oder beraubt wird, ist sehr hoch.
 
• Konflikten sollte man aus dem Weg gehen, Menschen nicht provozieren.
 
• Für Verstöße gegen das Zivil- und Strafrecht wie der Erwerb und Konsum von illegalen Drogen drohen in den meisten Ländern härtere und drastischere Strafen als in Europa. Keine Drogen kaufen und sich nicht mit Menschen aufhalten, die Drogen besitzen und/oder konsumieren!
 
4. Frauen 
 
Teilnehmerinnen können problemlos alleine in die Länder reisen, in denen wir Tätigkeiten vermitteln. Von den über 600 Teilnehmern, die wir bisher hatten waren ungefähr 80% weiblich und vieler erst 17 oder 18 Jahre alt. Keiner einzigen ist etwas Ernsthaftes "passiert". Unsere Betreuerinnen vor Ort werden Dir sagen, worauf Du als Frau achten musst. 
 
So ist es etwa anzuraten, bestimmte Kleidung zu tragen (bzw. zu vermeiden), etwa in den islamischen Ländern sowie bestimmte Verhaltensweisen im Umgang mit Männer zu beachten. In vielen Kulturen sehen es männliche Einheimische etwa als Einladung an, aufdringlich zu werden, wenn Frauen offen über Sexualität sprechen. Auch unser Info-Dokument, das Du als Teil des Sorgenfreipakets bekommst, enthält nützliche Tipps für Programmteilnehmerinnen.
   
5. Wilde Tiere
 
Eine realistische Gefahr durch wilde Tiere besteht eigentlich nur bei solchen Praktika und Freiwilligentätigkeiten, die sich mit eventuell gefährlichen Tieren direkt auseinandersetzen, wie etwa die des Tierpflegers, Rangers, Tierarztes etc. Hier wird Dich der Verantwortliche vor Ort unterrichten, welche Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen sind, damit die Gefahr durch Tiere vermindert wird. Für alle anderen Praktika, Tätigkeiten und Aufenthalte ist eine realistische Gefahr durch wilde Tiere nicht gegeben. Streunende Katzen, Hunde und sonstige Tiere sollte man nicht streicheln oder ihnen zu Nahe kommen.
 
6. Krieg/politische Unruhen
 
Wir vermitteln keine Praktika oder Reisen in Gebiete, in denen es Kriege, Bürgerkriege oder sonstige bewaffneten Konflikte gibt.

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