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Einrichtungen für Straßenkinder in Mumbai
In Navi Mumbai können wir Freiwilligeneinsätze und Praktika bei
verschiedenen Organisationen anbieten, die Heime und Programme für Straßenkinder sowie deren Familien, für Waisenkinder sowie allgemeine Sozialarbeit in Slums betreiben.
Alleine in Mumbai soll es Schätzungen zufolge mehr als 100.000 Straßenkinder geben.
Viele Familien aus ländlichen Gebieten Indiens zieht es in die Großstadt, da sie sich dort ein besseres Leben vorstellen. Sie beziehen Bretterbuden in Slumgebiete ohne Anschluss an sanitäre Anlagen und können ihren Traum vom besseren Leben selten erfüllen. Stattdessen bestimmen Arbeitslosigkeit, Niedriglohnbeschäftigung und Krankheit den Alltag. Um ihre Familie finanziell zu unterstützen, arbeiten die Kinder täglich für 10-12 Stunden als Wertstoffsammler (Lumpen, Glas, Papier, Metall), was ihnen einen Tagesverdienst von etwa 80 cent - 1 € einbringt. Wenige dieser Kinder gehen zur Schule. Viele leiden an Erkrankungen wie Tuberkulose und Malaria sowie an Mangelernährungserscheinungen. Viele Frauen und junge Mädchen werden sexuell missbraucht und Mädchen werden bereits mit 14 Jahren aufgrund von sozialem und kulturellem Druck verheiratet.
Andere Kinder flüchten vor häuslicher Gewalt, zerbrochenen Familienstrukturen oder Vernachlässigung von ihren Familien und leben zusammen mit anderen Kindern zwischen Bahngleisen, in Häusereingängen oder auf der Straße.
Das Mermier Bal Ashram ist ein christliches Heim für männliche Straßen- und Waisenkinder, das seit 2000 von der Jan Vikas Society betrieben wird. Im Heim wohnen etwa 80 Jungen von 5-18 Jahren. Diese gehen vormittags in staatliche Schulen und sind am Nachmittag zurück im Heim. Dann werden Freizeitaktivitäten und weitere Lernaktivitäten durchgeführt, die der Persönlichkeitsbildung der Kinder und Jugendlichen dienlich sind. Der indischen Kultur wird ein hoher Stellenwert eingeräumt - so bereiten sich die Jungs immer aufwändig auf die Teilnahme an kulturellen Festlichkeiten vor, die über das ganze Jahr verteilt stattfinden. Das Vaduz Balika Ashram ist ein ähnliches Heim für Mädchen. Hier leben etwa 25 Mädchen.
Freiwillige und Praktikanten bei Mermier Bal und Vaduz Balika Ashram können bei Aktivitäten wie Hausaufgabenhilfe, Unterhaltung (Sport, Spiel, Musik, Tanz, Karate...), Persönlichkeitsbildung, Lebensberatung, Motivation für Individuen und in Gruppen, Ernährungs- und Gesundheitsberatung (z.B. über Gefahren von HIV/AIDS), Unterrichten von praktischen Fähigkeiten wie Computerkenntnisse, Schneidern, Holzwerken, Papierwerken, Drucken, Bürotätigkeiten; sowie Kooperation mit den anderen Heimen der Jan Vikas Society und anderen Organisationen mitwirken, sowie im Bereich der Kommunikation die Organisation unterstützen. Dies eignet sich für Teilnehmer aus den Bereichen Sozialarbeit, Psychologie, Erziehung, Handwerk usw. Kürzere Einsätze sind auch möglich für Teilnehmer ohne formelle Qualifikationen und Kenntnisse.
Aarambh ist eine NGO, die sich für Menschen in Armutsvierteln von Navi Mumbai einsetzt. Seit dem Start von Aarambh im Jahre 1996 bekamen über 1200 Kinder mittels der Arbeit von 10 Community-Zentren die Möglichkeit, einen Schulabschluss abzulegen. Damit diese Schulbildung auch wirklich einen nachhaltigen Nutzen hat setzt die NGO auf Gesamtentwicklung des familiären Umfeld des Kindes - die Mütter etwa sind in Frauengruppen organisiert, die darin geschult werden, eine Führungsrolle in der Community zu übernehmen.
In den Community Centres werden jüngere Kinder, die nicht zur staatlichen Schule gehen darauf vorbereitet, wieder in die staatliche Schule aufgenommen werden zu können; für jugendliche Schulabbrecher gibt es berufsbildende Maßnahmen wie Computerkurse, Herstellen von Papierwaren oder Stoffdrucken. Nach dem Abschluss der Berufsbildung unterstützt Aarambh die Jugendlichen darin, einen Job zu finden. 30 der 90 Jugendlichen, die an einem Computerkurs teilnahmen konnten etwa danach einen Job finden. Für Schulkinder zahlt Aarmabh Schulgebühren.
Mit den Eltern, besonders Frauen, werden Bildungs- und berufsqualifizierende Programme durchgeführt mit dem Ziel, dass diese ein höheres Einkommen erzielen können und nicht mehr auf die Zuarbeit des Kindes angewiesen sind. Es gibt eine "Spargruppe", damit sich die Frauen Investitionen finanzieren können; die Frauen werden auch darin unterstützt, Bankkonten anzulegen.
Im Zentrum finden zudem Gesundheitschecks und Kampagnen zur Gesundheitsbildung statt.
Ein Konzept von Aarambh ist es, dass Jugendliche, die von den Leistungen der Organisation profitiert haben, etwas der Community "zurückgeben". Ältere Jugendliche etwa sind dort selbst als Betreuer und Tutor für jüngere Kinder beschäftigt.
Innerhalb der von Aarambh betreuten Community gibt es auch ungefähr 20 "Special Needs" Children - Kinder mit geistiger Behinderung.
Einsätze bei Aarambh eigenen sich für Freiwillige und Praktikanten aus dem Bereich Sozialarbeit, Erziehung, Sonderpädagogik usw.
Die christliche Eternal Hope Charity ist in verschiedenen sozialen Bereichen in Mumbai tätig. Sie wurde 1990 von P.K. Joshua gegründet, der zum Christentum konvertierte, seinen bisherigen Bürojob aufgab und es sich zum Ziel setzte, Bedürftigen zu helfen. Er reiste als Praktikant zu Mutter Theresa nach Kalkutta und begann danach in Mumbai mit seiner Frau Rachel selbst aktiv zu werden.
Heute betreibt die Charity zwei Tages-Schulzentren im Slum von Turbhe in New Mumbai, in denen in zwei Schichten insgesamt 225 Kinder täglich eine Schulbildung erhalten. Über 1000 Kinder konnten in den vergangenen Jahren eine Schulbildung durchlaufen und dadurch ihre beruflichen und Lebensperspektiven deutlich verbessern. Bis 2009 gab es in dem Viertel keinerlei staatliche Schulen und die Einrichtungen der Eternal Hope Charity waren die einzige Bildungsmöglichkeit im Slum. Inzwischen gibt es dort eine staatliche Schule, die jedoch nur von etwa 30-35% der Kinder im Slum besucht wird. Der Fokus der Eternal-Hope-Schulen hat sich darum darauf verschoben, die Kids, die schon älter sind als das Einschulungsalter darauf vorzubereiten, die Aufnahmeprüfung in die jeweiligen Klassen der staatliche Schule zu bestehen sowie Nachhilfeunterricht zu geben.
Schicht 1 ist täglich von 9 bis 13 Uhr und Schicht 2 (Nachhilfeunterricht) ist von 13:30-17 Uhr.
Außerhalb der Stadt, in Panwel, einer Gegend, in der in ein paar Jahren der neue Flugplatz von Mumbai gebaut werden soll, betreibt die Charity ein Waisenhaus für 5-10-Jahre alte Kinder. Auf einem größeren naturbelassenen Gelände gibt es ein Gebäude mit zwei Schlafsälen und einem Klassenzimmer, in dem momentan 70 Kinder wohnen und unterrichtet werden. Das Ziel ist es, dort eine Schule hohen Standards zu betreiben für bis zu 300 Kinder von wohlhabenden Eltern. Durch die Schulgebühren soll die Erziehung der Waisenkinder mitfinanziert werden. Dies scheitert im Moment noch an der fehlenden Finanzierung. Momentan ist auf dem Grundstück ein Angestelltenwohnhaus im Bau, dort können Freiwillige gegen Mietzahlung wohnen.
Freiwillige und Praktikanten können sowohl im Slum in Thurbe als auch im Waisenhaus von Panwel die Kinder in allen Fächern unterrichten, dies ist auf Englisch möglich. In Panwel ist es auch möglich, die Kinder zu betreuen, sich mit diesen zu beschäftigen, zu spielen usw.
Weitere Bereiche, in denen die Charity tätig ist beinhalten Hilfe zum Ausstieg von jungen Frauen aus der Prostitution, Hilfe für Alte, Behinderte und Drogenabhängige, Förderung von Frauen und Communityentwicklung. Kürzlich ermöglichte Eternal Hope, 19 Minderjährigen den Ausstieg aus dem Rotlichtbezirk von Turbhe. Hier ist der Einsatz von Sozialarbeitern oder Studierenden aus passenden Fachbereichen möglich.
Eine andere christliche Organisation, die Prince and Princess Trust betreibt einen Kindergarten im Slum von Indra Nagar in New Mumbai. Hier können Freiwillige und Praktikanten in der Betreuung von Kindergartenkindern mitwirken.
Infobox:
Ort: New Mumbai, Indien
Dauer: mind. 2 Wochen
Besondere Qualifikation erforderlich: Nein/ja (siehe oben, anhängig von Tätigkeit)
Kosten: keine, Sorgenfreipaket ist optional
Unterbringung: Nicht inklusive
Verpflegung: Nicht inklusive
Inklusive: Vermittlung und Ansprechpartner; bei Abschluss des Sorgenfreipakets gesamter Leistungsumfang des Sorgenfreipakets.
Nicht inklusive: Anreise, Krankenversicherung, Visum.
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