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India Map
 
Incredible India, Photo: etrenard, Flickr
 
Incredible India, Photo: Lyle Vincent
 
Incredible India, Photo: Jose Pereira
 
Incredible India
 
Incredible India
 
Mumbai:
 
Mumbai, Photo: Jon Hurd
 
Mumbai, Photo: Jon Hurd
 
Mumbai, Photo: Jon Hurd
 
Mumbai
 
Mumbai, Photo: erin, Flickr
 
Mumbai
 
Mumbai
 
Delhi:
 
Delhi
 
Delhi
 
Delhi
 
Delhi
 
Jaipur, Jodhpur:
 
Jaipur
 
Jaipur
 
Jaipur
 
Jaipur
 
Setrawa
 
Cochin:
 
Cochin
 
Cochin
 
Cochin, Foto: tim schapker
 
Cochin
 
Cochin
 
Cochin
 
Cochin
 
Cochin
 
Cochin Backwater, Foto: Kerala Tourism
 
Himalaya:
 
Cochin
 
Cochin
 
Cochin
 
Cochin
 
Cochin
 
Cochin
 
Cochin
 

Indien

Indien in einem kurzen Text zu beschreiben ist fast noch schwieriger als Europa in ein paar Zeilen beschreiben zu wollen. Indien ist ein Subkontinent mit 28 Staaten, die alle sehr verschieden sind - es gibt eine ungeheure Landschaftsvielfalt von Tropenwald über Wüsten bis Hochgebirge, 1,2 Milliarden Einwohner, 21 offizielle Sprachen mit eigenen Schriftsystemen, eine ethnische Vielfalt von Indoariern, Draviden und indigenen Stämmen sowie Anhänger des Hinduismus, Islam, Christums, Sikhismus, Buddhismus und anderen Religionen.

Dazu kommen die Vermischung indischer Tradition mit westlicher Kultur, die bereits vor Jahrhunderten durch portugiesische und vor allem britische Kolonialisierung begann und der Entwicklungsstatus des Schwellenlandes: In Indien trifft man sowohl auf Verhältnisse wie in den ärmsten Entwicklungsländern als auch auf High-Tech und Angebote wie in den führenden Metropolen der westlichen Welt. 35% Analphabeten und die qualifiziertesten Computerprogrammierer der Welt leben in Indien nebeneinander.

Dies alles macht Indien zu einem spannenden und schwer "zu verstehenden" Land und es macht vor allem süchtig, wieder zu kommen. Denn selbst während eines mehrmonatigen Aufenthalts kann man unmöglich alles sehen und kennenlernen, was Indien zu bieten hat.

Unsere Haupteinsatzorte in Indien sind Mumbai (Bombay), Delhi & Gurgaon, Jodhpur, Jaipur und Setrawa (Rajasthan), Cochin und Munnar (Kerala) sowie die Himalaya-Region bei Shimla.

Mumbai

Mumbai (Bombay) ist das wirtschaftliche Zentrum Indiens und mit 14-20 Millionen Menschen eine der größten Megacities der Welt. Die Stadt ist das Zentrum von Finanzindustrie, Wirtschaft, Handel und Mode in Indien. "Bollywood" ist bezüglich der Anzahl der jährlich produzierten Filme die größte Filmindustrie der Welt. Wohlstandssymbole finden sich an vielen Orten Mumbais, die Immobilienpreise in manchen Gegenden Mumbais gehören zu den höchsten der Welt.

Die Kehrseite der Erfolgsgeschichte ist die hier herrschende Armut. Täglich ziehen hunderte arbeitssuchende Menschen aus allen Teilen Indiens nach Mumbai und lassen sich meist in Slumsiedlungen nieder, die sich auf jedem verfügbaren Stück Land ausbreiten. Bereits 2001 lebten 54,1% der Bewohner Mumbais in Slums. Die Bevölkerungsdichte in den Slums ist erdrückend (bis zu 340.000 Personen pro Quadratkilometer). Unter solchen Rahmenbedingungen breiten sich Probleme wie mangelnde Hygiene und Krankheiten, Umweltzerstörung, Kriminalität, Alkoholismus und Prostitution aus. In diesen Bereichen bieten wir Freiwilligentätigkeiten bei gemeinnützigen Organisationen an, daneben aber auch Praktika bei führenden Unternehmen der Stadt.

Mumbai ist für die meisten Europäer sicherlich keine Stadt, wo sie ein Leben lang bleiben möchten - zu groß, laut, heiß und schmutzig. Für einen zeitlich begrenzten Aufenthalt ist Mumbai jedoch mit Sicherheit spannend, um die gesellschaftlichen Prozesse einer Schwellenland-Megametropole verstehen zu lernen.

Die Hauptsprachen Mumbais sind Marathi, Gujurati, Urdu und Hindi. Englisch wird als Verständigungssprache von Sprechern der verschiedenen Muttersprachen eingesetzt und von der Mehrheit als Zweitsprache angegeben.

New Delhi & Gurgaon

New Delhi ist Indiens zweitgrößte Stadt und wirkt im Vergleich zu Mumbai wesentlich geordneter, sauberer und weniger stark bevölkert - zu den Commonwealth Games 2010 wurde in der Stadt "aufgeräumt" und zahlreiche Hauptstraßen verbreitert, ungenehmigte Siedlungen beseitigt und das Verkehrssystem verbessert. In attraktiven Grünanlagen und Parks vergisst man, dass man inmitten einer 17-Millionen-Metropole ist. Delhi hat eine moderne und schnelle Metro, die 2002 eröffnet wurde und seitdem kontinuierlich ausgeweitet wird. Die neueste Ergänzung ist der Airport Express.
 
Delhi ist aufgrund zahlreicher historischer Monumente auch touristischer als Mumbai. Besucht wird etwa der mittelalterliche Stadtteil Nizamuddin, in dem wir auch Tätigkeiten anbieten.

Die grundlegenden Probleme der Stadt ähneln jedoch den von Mumbai - große Zahlen von Indern aus verarmten ländlichen Gebieten drängen in die Stadt auf der Suche nach einem besseren Leben.

Gurgaon schließt sich südlich an New Delhi an und ist über die Delhi Metro sowie eine achtspurige Autobahn mit der Metropole verbunden. Der Indira Gandhi International Aiport von Delhi liegt direkt an der Grenze Delhi/Gurgaon. Aus diesen Gründen haben sich viele Unternehmen in Gurgaon niedergelassen.

Jodhpur, Jaipur, Setrawa

Rajasthan liegt im Nordwesten von Indien und bedeutet "Land der Könige". Bereits vor unserer modernen Zeitrechnung bauten Stämme hier Städte und es entstanden Königreiche, die bis zur britischen Kolonialzeit im 19. Jahrhundert bestanden. Wegen der natürlichen Schönheit, der Königspaläste und Wüstenforts ist Rajasthan heute eine der beliebtesten Reiseziele Indiens.

Jaipur ist bekannt für seine Schmuckindustrie, mehr als 14000 Personen stellen dort Schmuckwaren aus Metal, Stein und Gummilack her.  

Jodhpur ist wegen der Farbe ihrer Häuser auch bekannt als die "Blaue Stadt". Die Stadt wird überragt von der historischen Festungsanlage Meherangarh, welche auf einem Felsen liegt. Jodhpur ist auch Sitz einer Universität.

Setrawa ist ein Dorf in der Wüse Thar, etwa 100 km nördlich von Jodhpur. Ein Problem von Rajasthan ist die Wasserknappheit. In der Wüste Thar regnet es meist nur in heftigen Gewittern zwischen Juli und September und im Sommer herrschen Temperaturen von 50 Grad. Traditionell wird das Wasser der Sommerregen dort in halbmondförmigen Teichen, die Johad genannt werden gespeichert. In den stark patriarchalischen Gesellschaften der ländlichen Regionen wird vor allem Frauen der Zugang zu Bildung und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben verwehrt.

Man kann Flüge aus Europa bis nach Jaipur und Jodhpur buchen; eventuell kann man vergleichen, ob es deutlich billiger ist, nach Delhi oder Mumbai zu fliegen und von dort separat einen Flug mit einer indischen Billigfluglinie (Spice Jet, IndiGo, Kingfisher, Jet Airways) zu bekommen, die sehr günstig sind, wenn man frühzeitig bucht.  

Kerala: Cochin (Kochi) und Munnar

Kerala bedeutet auf Malayalam „Land der Kokospalmen“. Der tropische Staat im Südwesten Indiens hat eine starke Tradition und Kultur. Ayurveda, das Kathakali-Tanzschaupiel und die vermutlich älteste Kampfkunst der Welt, Kalarippayat, stammen aus Kerala. Die Gesellschaft Keralas ist aber auch geprägt vom Handel und kulturellen Austausch des Segelschiffe des Indischen Ozeans. Bereits im 4. Jahrhundert kamen Christentum und Islam über Händler nach Kerala und darum haben diese beiden Religionen in Kerala wesentlich mehr Anhänger als in anderen Teilen Indiens. Heute sind etwa 55% der Bevölkerung Hindus, 25% Muslime und 20% Christen.

Kerala ist für Reisen sehr attraktiv und interessant.  Kerala setzt dabei auf seine tropischen Sandstrände und Inseln, Hausboot-Touren auf den "Backwaters", beeindruckende Gebirge (wie die Teebauregion um Munnar) und Nationalparks sowie das reiche kulturelle Erbe. 

Die Küstenstadt Cochin mit ihren etwa 600.000 Einwohnern erstreckt sich über mehrere Inseln und Halbinseln, die jeweils durch Brücken miteinander verbunden sind. Man gelangt aber auch mit Fähren schnell und regelmäßig zu den anderen Stadtteilen.

Eine wichtige Insel ist Fort Kochi, die historische Altstadt, in der Du wohnen wirst. Fort Kochi war in der Vergangenheit ein wichtiger Hafen des Indischen Ozeans. Die Chinesen im 13. Jahrhundert, die Portugiesen ab dem 15. Jahrhundert und die Holländer im 17. Jahrhundert hinterließen hier ihre Spuren. Die Kleinstadt Fort Kochi mit alten Höfen, Mauern, Kirchen und Palästen hat einen sympathischen Flair, der Kultur- und Wellnesstouristen anspricht und darum viele Restaurants, Hotels & Gästehäuser, Kunsthandwerk- und Esoterik-Shops sowie Veranstaltungen.  Nachts ist es hier besonders sicher, die indische Polizei betreibt für Fort Kochi eine eigene "Touristenpolizeiwache" mit einem skurrilen Museum für Polizeiuniformen. Das auf dem Festland gelegene Ernakulam ist der großstädtische und moderne Stadtteil Cochins mit Bahnhof, Büros und großen Geschäften. Badestrände gibt es auf Vipin Island.

Drastische Armut (etwa Slums) gibt es in Kerala kaum. Auch das Bildungs- und Gesundheitssystem sind im Vergleich zu anderen Teilen Indiens gut ausgebaut. Dennoch gibt es kaum Industrie und eine hohe Arbeitslosenrate. Der Grund für den relativen Reichtum ist, dass schon seit Generationen große Teile der arbeitsfähigen Bevölkerung als Gastarbeiter in den Golfstaaten tätig sind und das relativ hohe Einkommen von dort nach Hause schicken. Viele betätigen sich nach Ihrer Rückkehr auch als Tourismusunternehmer oder Hoteliers - der Tourismus ist in Kerala stark im Wachsen. Probleme, in denen wir Freiwilligeneinsätze im sozialen Bereich anbieten, beinhalten psychosoziale Probleme, da die Gesellschaft von Kerala einen starken Druck bezüglich Reichtum, Prestige und Erfolg propagiert sowie Straßenkinder, die aus anderen Teilen Indiens zuwandern. Sprachen in Kerala sind Malayalam und Englisch.

Himalaya

Einsatzort im Himalaya ist die Gemarkung des Dorfes Maheshu im Staat Himachal Pradesh, das auf einer Höhe von etwa 2600 m über dem Meeresspiegel liegt. Von Delhi sind es etwa 350 km, die Stadt Shimla ist eine halbe Stunde Fahrzeit entfernt. Die Gegend gehörte bis zum Einmarsch der Briten zum nepalischen Königreich.

Die Region ist dünn besiedelt und zeichnet sich durch naturbelassene Wälder, Wiesen und Hänge sowie Landwirtschaft im kleinen Stil aus. Es gibt auch Tourismus in begrenzem Umfang, besonders von Städtern aus Delhi, die hier Wochenenden zum Wandern, Meditieren oder Klettern in der Natur verbringen, aber auch von ausländischen Touristen, die weiter in den Himalaya fahren oder ins Chail Naturschutzgebiet, das nur 20 km entfernt ist. Es gibt hier eine reine und frische Bergluft in einer atemberaubenden Gebirgskulisse.   Die Anreise kann per Zug aus Delhi erfolgen, wobei die letzte Strecke durchs Gebirge in einem historischen Schmalspurzug, der „Kalka Shimla Hill Railway“ zurückgelegt wird, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Die Menschen hier sind meist bescheiden und zurückhaltend. Sie sind finanziell recht arm; da hier aber jeder geerbtes Land besitzt und Landwirtschaft betreibt, haben sie einen wesentlich höheren Lebenstandard als viele andere Inder und auch keinen Grund abzuwandern in die überbevölkerten Metropolen.

Die Landbevölkerung spricht Hindi. Menschen mit besserer Bildung sprechen zudem meist gut Englisch.